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466 Kommentare
"In anderen Wissenschaftszweigen haben sich Blogs jedoch fester etabliert. Anders als bei den Naturwissenschaften gibt es in der Geschichtswissenschaft selten Sensationsmeldungen." Hier ist ein Gedanke ausgelassen. Im weiteren Text wird zu viel gereiht statt logisch verknüpft. Außerdem springt die Darstellung von Vorteilen der Blogs zu Gründen für ihre Ablehnung, von Bericht zu Argumentation. Inhaltlich überzeugt mich die Arbeit. In der Darstellung scheint sie mir noch zu unausgegoren.
Dieser Absatz ist so ungegliedert, dass er es sehr erschwert, eine "sinnbildende Struktur" darin zu erkennen.
"augenscheinlich" gemeint: offenkundig
"Sieht man genauer hin, stellen sich einige Fragen gar nicht oder sehen zumindest nicht so schwarz aus, wie es der erste Blick vermuten lässt." Das Bild von 'schwarz aussehenden Fragen' ist missglückt.
"Als ein Produkt des Web 2.0 sind Blogs immer etwas Soziales." Das Web 2.0 entsteht durch Blogs mit genutzter Kommntarfunktion. Es ist nicht vor den verschiedenen Kommunikationsformen vorhanden. "Schaltet der Administrator die Kommentarfunktionen ab, verlieren die Blogs letztendlich eine der Eigenschaften, die sie auszeichnen." Dies "auszeichnen" ist missverständlich. Denn ein Blog, in dem nicht kommentiert wird, sondern dessen Beiträge keine Kommentare oder nur Kommentare in anderen Kanälen hervorrufen, bleibt dennoch ein Blog. Andererseits unterscheidet die Kommentarfunktion natürlich den üblichen Blog von Internetseiten, die nur ein Gästebuch oder gar keine Kommentarmöglichkeit haben.
Ein Artikel ganz nach meinem Herzen
Hier wäre auch die bessere Verlinkbarkeit von Blogs in die Wikipedia (und die kritischer Anmerkungen zur Wikipedia in die Wikipedia hinein) anzusprechen. So lange Kritik an Oberfächlichkeit, Einseitigkeit, Meinungsdiktatur nur in schwer zugänglichen Fachpublikationen geäußert wird, wird sie in den Schulen von Lehrern wie Schülern kaum rezipiert. Der einzelne Lehrer wird gegenüber dem Informationsfundus Wikipedia bestenfalls als überkritisch, im Normalfall eher als gesellschaftlicher Dinosaurier angesehen werden, wenn er eine - nicht in allen Fällen erforderliche - sehr vorsichtige Verwendung der Wikipedia anmahnt. Wissenschaftliche Autorität (vgl. http://wiki.hist.net/WikipediaGuideUnterricht) könnte da helfen.
Könnte man hier nicht auch "tags" und Links erwähnen?
"widerläufige" ist originell, 'gegenläufige' klänge weniger sperrig
Faszinierend ist an diesem Aufsatz die Vorstellung, dass genauso wie jetzt Wortsuche in digitalen Dokumenten durch Computer möglich geworden ist, auch 'geisteswissenschaftliche Tatsachen' durch Computer gesucht und in ihren Beziehungen zu anderen 'geisteswissenschaftlichen Tatsachen' beschrieben werden könnten. Zwei Überlegungen machen mich allerdings skeptisch, ob in absehbarer Zeit die Aufbereitung geisteswissenschaftlicher Texte zu computerlesbaren 'Tatsachen' den Aufwand lohnt. 1. die Besonderheit der Aussage „Hamlet ist Prinz von Dänemark“. Denn nicht nur Shakespeares, Georg Brittings und Döblins Hamlet unterscheiden sich sehr, von all den mir weniger vertrauten Hamlets zu schweigen, sondern auch ihr „Prinz-von-Hamlet-sein“. 2. Der in der Politikwissenschaft in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts unternommene Versuch, Ereignisse zu quantifizieren und so mathematischer Kalkulation zugänglich zu machen, ist meiner Kenntnis nach nicht sehr erfolgreich gewesen.
Selbstbestimmtes Lernen ist m.E. keine Methode; denn man kann mit sehr unterschiedlichen Methoden lernen, und man kann auch mit Blogs ganz unterschiedlich arbeiten. Dass alles selbstbestimmt ist bzw. sein sollte, legt keine Methode fest.
Die ersten zehn Zeilen sind ungewöhnlich umständlich formuliert. Besser wäre es, die Schwierigkeiten und die erhöhten Anforderungen zu beschreiben, ohne in jedem Satz erneut zu erwähnen, dass es dagegen Widerstände geben kann.
"Möglichkeit, das" dass (!) "ihren Blog" bisher wurde Blog sächlich verwendet (bitte auf ein Genus festlegen!)
Ließen diese nahe liegenden Gedanken sich nicht schlichter formulieren?
statt "Bereitschaft mitbringen, dieses Instrument für die Lehre tatsächlich verwenden zu wollen" besser: zu verwenden
"kann man die vorgestellte Katalogisierung dahingehend nutzen, dass den Studenten erläutert wird, welche verschiedenen Formen des Bloggens es gibt." Offenbar gemeint "Kategorisierung". Wie im weiteren Verlauf deutlich wird, glaubt der Autor aber selbst nicht an die Einteilung von Richardson und noch viel weniger daran, dass die einfacheren Formen des Bloggens keinen Stellenwert in der Lehre haben könnten. Der Lehrende braucht also keine künstliche Kategorisierung von ineinander übergehenden Arten des Bloggens vorzustellen, sondern braucht nur seine Lernziele vorzustellen und zu erläutern, dass sie erst mit komplexerer Texterstellung und Kommunikation erreichbar werden.
"Methode Blog" sollte zumindest in Anfürungszeichen stehen. Schließlich ist ein Blog keine Methode, sondern ein Medium.
Herr Larbig (http://herrlarbig.de/) äußerte einmal, dass seine -m.E. recht elaborierten -Blogeinträge mit wenigen Ausnahmen direkt ins Netz formuliert würden. Dass ich selbst auch so vorgehe und Blogeinträge als Konzept für Wiki-Artikel oder andere Blogeinträge verwende, will nicht viel sagen, da ich üblicherweise nur Mini-Blogeinträge verfasse. (Der Grund für mein Vorgehen ist, dass ich meist so viele Verlinkungen vornehme, dass die Trennung von Formulierung und Verlinkung einen merklichen Mehraufwand bedeutete.)
ein frühes ... (Z.2)
Nach einem heute weit verbreiteten Verständnis von Geschichtswissenschaft schafft sie keine "neue Faktenlage", sondern wertet zusätzliche Quellen aus und interpretiert vorhandene unter neuen Fragestellungen und anderen Erkenntnisinteressen. Der Wert des von mir publizierten Textes "Geschichte der Bundesrepublik Deutschland" (http://fontanetext.blogspot.de/2011/01/geschichte-der-bundesrepublik.html) wird doch nicht dadurch gemindert, dass er im Blog erscheint, sondern dadurch, dass er sehr allgemein ist und sich offenbar nur auf allgemeine Sekundärliteratur stützt. Entsprechend ist der Wert der Quelle "Tagebuch eines 68ers" (http://tagebucheines68ers.blogspot.de/) nicht dadurch beschränkt, dass sie kommentiert werden kann, sondern dadurch, dass der Verfasser nichts Relevantes vorzutragen hat und dass er überdies den digitalen Text jederzeit verändern kann, ohne dass das leicht nachweisbar wäre, während das beim auf Papier vorliegenden Tagebuch fast unmöglich erscheint. Meine Stellungnahme beruht nicht auf Literaturkenntnis, sondern nur auf meinem Umgang mit historischen Quellen, historischen Darstellungen und mit Blogs, die sich mit geschichtswissenschaftlichen Themen im weitesten Sinne befassen. Die beliebige nachträgliche Veränderbarkeit datierter Aussagen kommt mir bei der Bewertung von Blogtexten zu kurz.
Was verstehen Sie unter einem "gesonderten wissenschaftlichen Nutzen"? Angesichts der unüberschaubaren Menge von Texten wird eine systematische Auswertung gewiss erschwert. Im Unterschied etwa zur Wikipedia ist auch die Entstehungsgeschichte einer Blogaussage nicht rekonstruierbar. Der Autor kann seine Formulierungen auch nach Jahren noch (!) ändern, ohne dass das nachweisbar ist, wenn man nicht die frühere Version aus dem Netzarchiv rekonstruieren kann. - Das verbietet das Vertrauen in die Datierbarkeit von Blogaussagen. Aber, dass Kommentare zum Blog möglich sind, als solches wird doch nicht dazu führen, dass wir Daniel Bernsens Autorschaft bezweifeln müssen (http://geschichtsunterricht.wordpress.com/), wenn er über das Verfahren des Open Reviews für die vorliegende Publikation mit folgenden Worten beschreibt: "Die Rückmeldung auf die Bitte um die Freischaltung der Kommentarfunktion hat mehrere Stunden gebraucht und wurde dann abgelehnt, weil ich keinen Klarnamen angegeben hatte (wohl aber eine verifizierbare E-Mailadresse mit Klarnamen und meinen “Twitter-Namen”). Wenn das die Verlagspolitik ist, ok. Ich kann mir vorstellen, dass es vielen so geht, dass sie gerne einen Teil der Artikel lesen, vielleicht auch bereits sind, dazu spontan Rückmeldungen einfließen zu lassen. Wenn das Anmeldeverfahren dafür aber vergleichsweise umständlich ist, dürfte das nicht zu einer breiten Beteiligung führen." Aber auch die Aussage von Tony Fox "Using ICT students annotated and marked various maps, we scanned the maps, then using Macromedia Fireworks I then produced them in different colours, for example I used blue for 1782 and yellow for 1831, this allowed the blue to be seen through the yellow. I also found at that the transparency tool in the image manipulation software, worked very well in showing changes, I also found that in adding more maps of different dates, the students could also examine the speed of change." (http://foxburg.edublogs.org/2012/09/26/teaching-and-learning-with-digital-resources/) wird doch nicht dadurch unglaubwürdiger, dass sie nicht auf Papier, sondern nur im Netz vorliegt.
"kann der verfasste Blogtext nur schwer als geistig originäres und schützenswertes Eigentum zugeordnet werden" Wollen Sie das ernsthaft auch für A-Blogger (http://de.wikipedia.org/wiki/A-Blogger) wie Stefan Niggemeier und die Kolumnisten von Huffington Post (u.a. Richars Dawkins) behaupten?
"Nach einer Art „Copy-and-Paste“-Methode erlebt diese Generation Geschichte nur in Ausschnitten und stets in gegenwärtige Themen und Zusammenhänge integriert." Dazu: "Keine eigenen Erinnerungen" an die NS-Zeit haben auch die 66-jährigen nicht. Sie gehören aber nicht zu den "digital natives". Aber auch viele "digital natives" haben noch Anne Franks Tagebuch gelesen. Das ist nicht in unsere Zeit integriert. Die "Art „Copy-and-Paste“-Methode" wird von den Produzenten der Geschichtsdarstellung angewandt, nicht von den Rezipienten. Der ganze Absatz leidet darunter, dass der Verfasser die relativ komplizierten syntaktischen Strukturen nicht durchsichtig genug macht (Satzzeichen) und dass er zu Verallgemeinerungen greift. Die Blogstruktur, die mit der Spitzenstellung des Aktuellsten gegen die lineare Erzählrichtung steht, eignet sich m.E. gerade nicht für Geschichtenerzähler, sondern allenfalls zum Zusammentragen von Fragmenten.
"via" steht meiner Kenntnis nach nicht mit Genitiv
statt "Einzug erhalten" Einzug gehalten
analytisch und informativ
An Revolutionierung würde ich nicht denken. Es gäbe aber die Möglichkeit, sich vor einer Publikation auszutauschen. Ein Beispiel dafür ist auch eine Blogparade (Blogkarneval), über die man für das eigene Thema Interessierte kennen lernen und sich dann mit ihnen austauschen könnte. Revolutionen machen so viel kaputt, dass man als Historiker meist mehr zu Evolution tendieren wird.
Zunächst eine Entschuldigung für meine Wikipediamanier, Kleinigstkeiten anzumerken. Dann: Auch fachliche Blogartikel müssen doch nicht anstreben, schon ohne Diskussion das Niveau von Fachzeitschriftenartikeln zu erreichen. Sie sollen Gesprächskultur entwickeln, die dann bei in Wikis offen vorbereiteten umfangreicheren Publikationen zu mehr Multiperspektivität führen können.
mitsamt mit Dativ